Der Gesandte Allahs hat gesagt: „Wer auf der Suche nach Wissen hinauszieht, der ist auf dem Wege Allahs, bis er wiederkehrt. (Anas; Tirmidhi)

Universität Straßburg bietet ab sofort ein Diplom in Islamic Finance an

15 Mrz

Universität Straßburg bietet ab sofort ein Diplom in Islamic Finance an

Wenige Wochen nach einer Ankündigung der französischen Wirtschaftsministerin Christine Lagarde, die Regierung werde sich darum bemühen, dass neben London auch Paris zu einem Finanzplatz für Islamic Banking werde, kündigte die Universität Straßburg an, sie werde als erste Hochschule im Land einen Studiengang in Islamic Finance anbieten. Vergangene Woche hielt der Ökonom Muhammad Boudjellal, Professor an der Fakultät für Wirtschafts- und Management im algerischen Sétif, bereits den Inaugurationsvortrag.

Etwas mehr als ein dutzend Bewerber sind nach vier absolvierten Semestern zu diesem neuen Studiengang der Management-Schule der Robert Schuman-Universität, der einen Zyklus von 405 Stunden umfasst, zugelassen worden. Professeur Michel Storck, Direktor des Zentrums für Unternehmensrecht, verwies auf eine Partnerschaft mit der britischen Universität Durham, die innerhalb eines Jahres den Start der neuen Disziplin ermöglicht habe.

Dafür gäbe es inzwischen „ein intensives Bedürfnis sich Kompetenzen anzueignen und Forschung zu betreiben“. Der Bedarf liege, sowohl in Frankreich als auch auf internationaler Ebene, nicht nur auf dem Finanzsektor, sondern auch in der Immobilienwirtschaft. Auch die Nachbarn sind schon auf Straßburg aufmerksam geworden. „Luxemburg sieht unsere Initiative mit dem Interesse „, erklärte  Professor Storck. Die Management-Schule in Straßburg, die Michael Kalik leitet, hatte keine Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Dozenten aus den Reihen der Banken und des Marketing. Mehrere Universitäten in der islamischen Welt sagten ebenfalls Unterstützung zu.

„In den 70er Jahren prognostizierte man das Verschwinden der islamischen Finanzinstitutionen, aber heute gedeihen sie in 65 Staaten“, sagte Professor Boudjellal. Ihre Zahl werde auf 700 geschätzt und sie verwalteten bereits eine Milliarde US-Dollar an Vermögen. Ein Wachstum erfordere allerdings  Anpassungen der nationalen Bankengesetze, weshalb das Islamic Banking nicht immer gut aufgenommen werde, auch nicht in einigen muslimischen Ländern. Heute gehe man davon aus, dass der islamische Finanzmarkt, auch wenn er im Vergleich zum konventionellen Kapitalismus nur marginal sei, eine jährliche Wachstumsrate von 15% aufweise.

Im Gegensatz zu Großbritannien kann Frankreich noch nicht viele eigene Beispiele für islamische Finanzprodukte vorweisen. So nannte der algerische Referent die SGAM, eine Tochtergesellschaft der Vermögensverwaltung der Société Générale mit zwei Fonds, die für den Markt der Insel La Réunion entwickelt worden sind. Großbritannien, das schön länger dem Islamic Banking offenen Vorschub leistet, habe einige Längen Vorsprung auf die Frankreich und London setze als Finanzplatz in Europa auch die Maßstäbe für Islamic Finance. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde hatte jedoch eine „Klärung“ seines steuerlichen und rechtlichen Status in Frankreich angekündigt und eine Podiumsdiskussion des Finanzausschusses des Senats hatte das Potenzial für die Entwicklung des Islamic Banking in Frankreich betont.

Mai´09 by IFIBAF Frankfurt